Montagsinterview: Pauline von Our/Berlin Vodka


Der ein oder andere hat unseren neuesten Produktzugang vielleicht bereits entdeckt ? seit Kurzem verkaufen wir im Onlineshop sowie in einigen unserer Läden den äußerst schmackhaften und verpackungstechnisch sehr ansehnlichen Wodka von Our/Berlin. In einer Mikro-Destillerie, gleich am Treptower Spreeufer gelegen, wird der Wodka produziert und abgefüllt.
Pauline Hoch und Jon Sanders, die Köpfe hinter der Agentur Paul Sanders, betreiben das Projekt in Zusammenarbeit mit Pernod Ricard. Die Idee: Weltweit werden in verschiedenen Städten Wodkas nach gleichem Rezept aber aus regionalen Zutaten hergestellt und nach der jeweiligen Heimat benannt. Eine toller Ansatz, wie wir finden!
Wir haben der lieben Pauline einen Besuch abgestattet, mit ihr über Lieblingscocktails und ihre Heimatstadt Berlin gequatscht und uns einen Einblick in den Herstellungsprozess geben lassen.

Das Projekt Our/Vodka wurde von Pernod Ricard gestartet. Wie kam es dazu, dass eure Agentur es nun in Berlin betreut?
Das Team von Pernod Ricard war auf der Suche nach einer branchenfremden Agentur. Sie wollten weg von dem klassischen Spirituosen-Brand, das die gleichen Marketing-Wege geht. Da kamen wir ins Spiel.
Aber eigentlich war es ein langer Weg. Denn das Team war lange Zeit auf der Suche nach Leuten, die aus dem Nachtleben oder aus der Gastronomie kommen, mit sehr gut laufenden Clubs, Bars oder Restaurants. Die wiederum wollten aber ihre gut laufenden Geschäfte nicht aufgeben. Denn das Projekt nimmt sehr viel Arbeit in Anspruch.
Dann kamen sie auf uns und es hat sofort geklickt. Und wir können mit unserer Agentur weiterhin die Sachen machen, die wir sowieso machen. Unter dem Dach von Our/Berlin können wir alles sehr gut verbinden und Synergien schaffen.
Ihr arbeitet also auch weiterhin an anderen Projekten?
Wir bieten nach wie vor Beratung für Brands aus dem Lifestyle-Bereich an und kümmern uns um Pressearbeit, Guestmanagement, Event-Produktion. Our/Berlin macht aber den Großteil unserer Arbeit aus.

Der Mischtank (links), die Brennblase (mittig) und die Behälter für den Alkohol (rechts)
Du sagtest schon, dass ihr branchenfremd seid. Welche Erfahrungen konntest du aus deinem früheren Job als PR Consultant verwenden und was musstest du komplett neu lernen?
Komplett neu war der technische Aspekt. Wie pumpen wir den Alkohol vom LKW in unsere Behälter, wie funktioniert das mit dem Zoll, was passiert beim Destillier-Prozess, wie funktioniert der Einzelhandel mit einem Lebensmittel, wie viel Steuer zahlt man, wie viel Marge nimmt man ? es gab so viele Details, die neu für mich waren.
Vorher habe ich Marketing und PR gemacht. Darum kümmere ich mich ja auch hier für die Marke. Da kann ich mein bisheriges Wissen natürlich anwenden. Aber das Schöne ist, dass man das Projekt von Anfang bis Ende betreut mit allem was dazugehört und es mit aufbaut. Deshalb haben wir auch zugesagt. Denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, so etwas zu machen?
Kannst du uns den Destillierprozess erläutern?
Die Brennblase, oder Alambique, ist das Herzstück der Destille (siehe Bild unten). Hier wird die aromatische Fraktion aufbewahrt. Das ist der Stoff, der dem Ganzen seinen Geschmack gibt.
Wenn unsere Destillateurin eine Charge ansetzt, destilliert sie als erstes das Rohdestillat. Es wird auf 120 Grad erhitzt und nur was dann im Mittellauf landet, benutzen wir. Dann schaut sie, ob alles gut gelaufen ist. Wenn es im Mittellauf ankommt, muss das Destillat 50 Prozent haben. Sie schaut im Labor, wie die Werte sind, misst Temperatur, Alkoholgehalt und Reinheit. Wenn die Werte stimmen, dann wird alles im richtigen Verhältnis in den Mixtank gegeben, vermischt und abgefüllt.
Das ist das Geheimrezept: Wie viel Wasser, wie viel Alkohol und wie viel vom geschmackgebenden Destillat jeweils zugefügt werden.
Die Brennblase oder Alambique, rechts daneben Vor-, Mittel- und Nachlauf


Woher stammen die Zutaten?
Für den Wodka verwenden wir Berliner Wasser, aufbereitet und mehrfach gereinigt. Den Weizen, aus dem der Ethanol hergestellt wird, beziehen wir aus dem Münsterland.
Wie unterscheidet sich euer Wodka geschmacklich?
Unser Wodka unterscheidet sich durch seine sehr milde Note. Wir haben bewusst gesagt, dass wir nicht auf 40 Prozent Alkoholgehalt gehen wollen, sondern auf 37,5 Prozent. Das macht ihn ein bisschen weicher. Wenn man ihn trinkt, dann brennt er nicht so.
Außerdem hat er eine sehr fruchtige Note, er hat etwas zitrus- oder lavendelartiges.
Hättest du spontan ein gutes Rezept für einen Wodka-Drink?
Ich stehe nicht so auf Cocktails, wenn zu viele Zutaten reinkommen. In letzter Zeit haben wir viel mit Infusionen herumexperimentiert. Sobald man dem Wodka auf natürliche Weise einen Geschmack zufügt, z.B. durch Kräuter, dann nimmt er ihn ganz schnell an. Ich nehme dafür beispielsweise eine Vanilleschote aus dem Bio-Markt. Dann noch frische Maracuja und naturtrüben Apfelsaft dazu ? ein super Cocktail!

Ihr organisiert immer wieder tolle Aktionen und macht interessante Kooperationen. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Lemonaid?
Die Idee für das Lemonaid x Our/Berlin 4-Pack kam von den alten Milchträgern. Wir fanden das als Produktidee super und wollten es mit Wodka und Mixern machen. Wir sind nicht der große Bling-Bling-Wodka, sondern der kleine, sympathische, den man gern mit Freunden trinkt. Deshalb auch die Flaschengröße.
Das 4-Pack ist auch ein super Geschenk für Freunde. Statt der klassischen Sekt- oder Weinflasche kann man das Viererpack gut auf eine Geburtstagsparty mitbringen.

Darfst du schon verraten, in welcher Stadt es mit Our/Vodka weitergeht?
Die nächste Destille wird Ende Juni in Detroit aufgemacht. Dann wird es dieses Jahr noch Our/New York geben. Amsterdam und London sind ebenfalls geplant.
Du kommst selbst auch aus Berlin, hast ein Weilchen in New York gelebt und bist nun wieder hier. Siehst du dich auch längerfristig in Berlin?
Ich komme ja nicht weg (lacht). Wenn man im Job erst mal Fuß gefasst hat, dann fällt es schwer, in eine andere Stadt wie München oder Hamburg zu gehen. Weil es sich für mich auf Berlin konzentriert. Hier habe ich die meisten Kontakte.

Welche Orte muss man deiner Meinung nach in Berlin gesehen haben?
Das ist für mich als Berlinerin ziemlich schwer zu beantworten. Was die Stadt ausmacht, ist, dass sie sich von einem Bezirk zum nächsten so stark verändert. Wenn ich also drei Orte nennen müsste, dann wären es die, die die Vielfalt Berlins abdecken. Also zum einen die Oranienstraße, wo das Kreuzberger Leben pulsiert. Dann Charlottenburg, z.B. am Savignyplatz, da hat man diesen alten Berliner Charme, das mag ich auch total gern. Und dann vielleicht noch diese behütete Prenzlauer Berg-Kollwitzplatz-Marktsituation. Das sind drei Plätze, die zusammen gut die Gegensätzlichkeit der Stadt widerspiegeln.

 

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