Unsere Nachbarn: Susann & Yannic von Krautkopf

© Tereza Mundilová
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Dass der Wedding einiges zu bieten hat ? ja, das hat man mittlerweile schon häufiger gehört. Seit wir uns aber im Rahmen unserer neuen Blog-Rubrik Unsere Nachbarn ständig auf die Suche nach spannenden Menschen in unserem Viertel machen, sind wir hellauf begeistert! Wirklich wahr.
Zuletzt haben wir Euch Glas-Designer und Künstler Jesper Jensen aus Dänemark vorgestellt. Diesmal sind wir zum Fotografenpaar Susann und Yannic in die Adolfstraße gepilgert.
Die beiden sind hauptberuflich Hochzeitsfotografen, privat ineinander verliebt ohne heiraten zu wollen und haben es sich seit einigen Monaten zur Aufgabe gemacht, uns regelmäßig das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Krautkopf heißt ihr vegetarischer Food-Blog, der mit Bildern und Rezeptideen gleichermaßen Oohs und Aahs bei uns heraufbeschwört.
Woher sie die Inspiration für ihre Rezepte nehmen, mit welchem vegetarischen Rezept sie jeden Fleischesser rumkriegen und warum ihr Food-Blog eigentlich keiner ist, erfahrt ihr hier im Interview:
Seit wann gibt es Krautkopfund wie kam es dazu?
Yannic: Den Blog gibt es seit Juni vergangenen Jahres. Wir haben uns schon lange für Food-Fotografie interessiert, weil sie einfach zwei Dinge verbindet, die wir toll finden: Kochen und Bilder schießen.
Im Grunde haben wir nach einer Plattform gesucht, um unsere Bilder zu präsentieren.
Food-Blogs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Was macht Krautkopf besonders?
Y: Dass wir kein Foodblog sind (lacht).
Susann: Wir waren total überrascht, als die ersten Leute auf uns zugekommen sind und gesagt haben, dass sie unsere Gerichte nachkochen. Daran haben wir zuerst gar nicht gedacht! Uns ging es ja wie gesagt hauptsächlich um die Bilder.
Wir sind auch deshalb nicht die typischen Blogger, weil wir das Persönliche weitestgehend rauslassen.
Y: Wir sind nicht die großen Schreiberlinge. Wenn es etwas gibt, das wirklich erzählenswert ist, dann teilen wir das auch ab und zu. Wie z.B. das Pizzadinner auf Mallorca, das war eine wundervolle persönliche Erfahrung. Ansonsten halten wir uns aber eher zurück. Deshalb ist Krautkopf für mich eher Website als Blog. Obwohl es natürlich Blogstruktur hat.
© Tereza Mundilová
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Was hat sich durch den Blog für Euch verändert?
Y: Seit einem Jahr haben wir Zucker aus unserer Küche verbannt und süßen mit Alternativen wie Palmblütenzucker, Apfeldicksaft, Agavendicksaft oder Honig. Das hat sich erst durch den Blog ergeben, weil wir anfingen, uns mit dem Thema Ernährung intensiver zu beschäftigen. Unsere Ernährung ist viel bewusster geworden. Beispielsweise achten wir jetzt auch darauf, nur saisonales Gemüse einzukaufen. Unsere Rezepte sind deshalb auch nach Jahreszeiten sortiert. Wir wollen aber niemanden bekehren oder belehren, sondern  freuen uns einfach, wenn sich jemand durch uns inspiriert fühlt, was Neues auszuprobieren.
Seit wann ernährt Ihr Euch vegetarisch und weshalb?
S: Seit anderthalb Jahren essen wir gar kein Fleisch mehr, davor haben wir nie Fleisch zuhause gekocht, haben aber mal hin und wieder eine Currywurst gegessen. Irgendwann haben wir festgestellt, dass die uns eigentlich nur wegen der Soße schmeckt. Wir mögen weder den Geschmack noch die Konsistenz von Fleisch.
Y: Ich habe als Kleinkind schon immer Fleisch ausgespuckt. Meine Eltern haben sich ganz schön Sorgen gemacht (lacht). Aber es geht eben auch ohne Fleisch.

Mittlerweile hört man ja von vielen Seiten, dass eine Ernährungsumstellung hin zu weniger Fleisch stattfinden muss. Was, denkt Ihr, muss passieren, damit sich etwas verändert? 
Y: Es ist wie alles andere eine Erziehungs- und Gewöhnungssache. Ich denke, dass man nicht mit Pflichten und Verboten, Stichwort Veggie Day, auf die Leute zukommen sollte. Aufklärung ist da viel wichtiger. In jeder Kantine muss es ein vegetarisches Essen geben. Als Fleischesser sollte man aber trotzdem noch die Wahl haben. Das vegetarische Gericht sollte einfach attraktiv sein und die Leute neugierig machen. Der erhobene Finger bringt meiner Meinung nach nichts.
Mit welchem vegetarischen Gericht würdet Ihr jeden Fleischesser rumkriegen?
S: Mit unseren Kürbis-Tortellini! Das ist ein in sich geschlossenes, wahnsinnig leckeres Gericht. Dazu braucht man nichts anderes.

Die Rezepte stammen alle von Euch. Woher kommt die Inspiration?
S: Häufig sind es Gerichte, die wir schon mal irgendwo gegessen haben und dann versuchen, nachzukochen. Oft lassen wir uns auch von Bildern inspirieren. Beim Backen ist das natürlich ein bisschen schwieriger. Da muss man auf verschiedene Grundrezepte zurückgreifen.
Y: Ein paar Gerichte aus unserer Kindheit werden bald auch noch kommen!
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Habt Ihr trotzdem ein Lieblingskochbuch, in dem Ihr hin und wieder schmökert?
S: Wir haben viele Kochbücher, aber eigentlich gucken wir uns nur die Bilder an. Gerade lieben wir das NOMA Kochbuch. Da geht es eher um die Stimmung. Die Bilder sind eigentlich wie Gemälde. Ich würde nie auf die Idee kommen, daraus etwas nachzukochen. Das ist auch ein ganz anderes Niveau.
Y: Am meisten haben wir in letzter Zeit aus dem Noch ein Stück Buch gekocht. Da sind ganz einfache und schön Gerichte drin. Vor allem gibt es viele Grundrezepte für Waffeln, Pancakes, & Co.
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Habt Ihr ein Lieblingsrestaurant in Berlin?
Y: Vietnamesisch essen wir gerne bei Si An, Chén ché oder District Môt (die gehören ja zusammen), für koreanisches Essen gehen wir zu Yam Yam und Pizza essen wir am liebsten in der Oderberger Straße bei Il Giradischi.
S: Die sind ja auch gegenüber vom KDG, im Sommer sind wir also nach der Pizza auch noch bei Euch Eis essen gegangen. Da musste ich auch sofort bei Euren selbstgebackenen Eiswaffeln zugreifen!
Wenn Ihr ein Jahr lang nur eine Küche essen dürftet, für welche würdet Ihr Euch entscheiden?
Y+S: Indisch!
Y: Die indische Küche ist einfach wahnsinnig vielfältig und ich bin ein Riesenfan von den ganzen exotischen Gewürzen. Leider haben wir noch kein indisches Restaurant in Berlin gefunden, das wir wirklich toll finden!
S: Die Aromen sind einmalig! Lesetipp: Der Koch von Martin Suter. Da bekommt man richtig Lust auf indische Küche!
© Tereza Mundilová
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Ihr wohnt zusammen, arbeitet zusammen, bloggt zusammen ? gibt es etwas, das Euch grundsätzlich unterscheidet? 
S: Wir machen tatsächlich am liebsten alles gemeinsam. Uns gefällt dasselbe, uns schmeckt dasselbe. Wir sehen uns 24 Stunden am Tag, jeden Tag, und gehen uns nicht auf die Nerven. Wir kochen aber zum Beispiel nie zusammen. Da muss einer das Steuer übernehmen, der andere arbeitet dann höchsten zu und schnippelt Gemüse.
Manchmal fragen wir uns, ob etwas mit uns nicht stimmt (lacht), weil man ja von anderen immer zu hören bekommt, dass man auch sein eigenes Ding machen muss.
Y: Vielleicht teilen wir aber auch einfach ein Glück, das andere so nicht kennen.
© Tereza Mundilová
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